Vorwort

Ich wollte, dass sie es schreibt. Weil wir das Buch eigentlich gemeinsam schreiben wollten. Weil sie so eine wichtige Frau in meinem Leben geworden ist. Weil ich sie von ganzem Herzen lieb hab, weil ich wollte, dass ein Teil von ihr in meinem Buch steht. Weil sie zu einer von Gott gegebenen Freundin geworden ist.

Das Letzte woran ich dachte war, dass ich dabei so gut wegkomme. Geheult hab ich, als ich es gestern per Email von ihr bekam. Meinem Mann konnte ich es gar nicht zu Ende vorlesen, vor lauter Tränen in den Augen und zugeschnürrter Kehle. “Das musst du dir aufheben. Und in Zeiten, in denen es dir nicht gut geht durchlesen.”

Mach ich, und da es auf der ersten Seite meines Buches stehen wird (so die Lektorin es ungekürzt übernimmt) werde ich es auch nicht verlegen.

Ich glaube daran, dass es Freundschaften gibt, die von Gott geführt und gewollt sind. Beate ist so eine Freundin, auf diese Entfernung, oder vielleicht gerade wegen der Entfernung. Und wieder einmal fühle ich mich reich beschenkt. Ein Geschenk der Herzens.

hm

Geschenke

Steht es mir auf der Stirn geschrieben, oder habe ich irgendetwas an mir, dass schreit: “Ich liebe Geschenke?” Anscheinend, denn in der letzten Zeit werde ich ständig beschenkt. Im Sommer von einer Freundin kistenweise  mit Tomaten, Gurken und Salat. Von jemand anderem Kisten voll Himbeeren und Erdbeeren. Ein Teilnehmer bringt mir fast jede Woche Äpfel oder Walnüsse mit. Jede Woche erhalte ich Zeitschriften. Oder Briefe von Leuten mit netten Worten und einer Kleinigkeit: Augenmasken, Glücksschafe, CDs, Kinderschokolade, Feldsalat, Blumen, Kuchen, Bücher. Und bestimmt hab ich noch einiges vergessen.

Gestern sitze ich mittags nichtsahnend am PC. Der Postbote klingelt, liefert ein Päckchen ab. Darin lag in Geschenkpapier gewickelt ein Schal. Eine Karte meiner Freundin aus Bremen: “Den fandest du doch so schön. Da hab ich ihn nochmal gekauft, viel Freude damit.” Wow……..Abends kommt meine Mitarbeiterin, drückt mir ein Päckchen in die Hand: “Schenk ich dir.”, ich packe einen wunderschönen Holzstick mit 1 GB aus.

Es ist ja nicht nur der materielle Wert, den ein Geschenk ausmacht. Sondern die Freude, dass da jemand an einen gedacht hat.  Und weil schenken so viel Freude macht, nicht nur demjenigen, der beschenkt wird, hab ich heute Morgen meiner Freundin gleich einmal 2 Packungen weiße Riegel von WW mitgebracht. Die mag sie nämlich gerne. Und dann waren wir eine Stunde laufen.

hm

glückliche Mutter

Während meines Treffens am Dienstag Abend kommt Manuel immer von der Schule. Der Bahnhof ist direkt neben meinen Treffenräumen. Er wartet bis ich fertig bin, hilft meist noch mit aufräumen, wir erzählen. Sein Fahrrad quetschen wir dann immer in den Sharan und ich nehm ihn mit dem Auto mit.

Gestern kam er kurz vorbei, winkte mir und deutete an, er habe noch so viel zu tun und wolle schon los. Da ich eh noch auf einem Thermomixabend eingeladen war passte mir das gut, so brauchte ich nicht extra nach Hause fahren. Alles eingepackt wollte ich gerade den Motor starten, da sehe ich einen großen Din A 4 Zettel auf meiner Windschutzscheibe. Ich steige aus, nehme das Blatt Papier in die Hand und mein Herz wird ganz weich beim Lesen: “Hab dich ganz doll lieb, dein Manuel.” Von einem fast 18-jährigen…….da frag ich mich, wie glücklich kann denn eine Mutter sein???

hm

du bist dran

Seit letzter Woche hat sich unser Rhythmus verändert. Wir haben genau festgelegte Aufstehzeiten. Montags, mittwochs und freitags bin ich früh um 6.00 Uhr mit den Kids aufgestanden, habe Brote geschmiert, Joana zur Schule gebracht. Dienstags und Donnerstags war Vlado dran. Da durfte ich mich nochmal umdrehen. Dienstag gabs nicht viel zum Umdrehen, da ich auch zur Arbeit musste. Aber auf Donnerstag hab ich mich immer gefreut. Ist schon ein Vorrecht, mitten in der Woche mal ausschlafen zu können. So spät wird es bei mir nie, aber alleine die Möglichkeit ist prickelnd.

Nun arbeite ich donnerstags. Also haben wir alles umgeschmissen. Ich bin montags, dienstags und donnerstags dran. Vlado mittwochs und freitags. Bedeutet, zwei Tage länger schlafen

heißt aber auch: mittwochs und freitags aufraffen zum Laufen. Denn wenn ich nicht ganz früh gehe, fällt mir das Loslaufen ziemlich schwer. Alles eine Frage der Gewohnheit. Ich gewöhn mich gerade dran, dienstags und donnerstags Abends zu meinem Mann zu sagen: “Morgen früh bist du dran.”, grinse, und freu mich.

hm

Lust und Laune

Es beginnt immer im Herzen, geht in den Kopf und dann werden es Handlungen. Daher ist das Abnehmen, die Bewegung und alles was damit zusammenhängt auch eine Sache der Lust und Laune. Entspricht genau dem Thema dieser Woche bei Weight Watchers, entspricht genau dem, was ich immer wieder erlebe. Irgendwie mein Lieblingsthema. Heute Morgen hatte ich zwar keine Lust zum Laufen, bin dann doch gewesen, bei strahlendem Sonnenschein, und schon währenddessen war’s klasse. Wenn doch das Aufraffen nicht so schwer wäre.

Momentan arbeite ich ganz fleißig am Erstellen der neuen Website. Ist doch mehr Aufwand als ich dachte. Bis zum Ende der Woche möchte ich sie eigentlich gerne fertig haben. Damit ich endlich mal wieder aktualisieren kann.  Allerdings will ich diese Woche noch mit meinem Töchterchen Weihnachtsdeko basteln. Wir waren heute einkaufen…….ab morgen wird gebastelt. Gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber irgendwie zum Muttersein dazu. Und die Süßmaus freut sich schon.

hm

geplatztes Blind-Date

Ich hab einen Lieblingschat, und das ist nicht mein eigener. Hin und wieder treffe ich mich dort zum meist lustigen Austausch mit ein paar Leuten. Manchmal liege ich vor lauter Lachen unterm Tisch, so lustig gehts da oft zu. Viel Zeit hab ich ja nicht dort zu verbringen, aber ab und zu lasse ich mich blicken. Ein paar der Mitglieder haben sich schon im realen Leben getroffen. Das waren alles Termine, an denen ich nicht konnte. Das letzte Treffen in Süddeutschland war am 4.10. Da war ich in Würzburg und hab’s verpasst. Also hab ich eingeladen, gestern um 15.00 Uhr zu mir nach Hause. Zwei der Damen wollten kommen, mit ihren jeweils 7-jährigen Töchtern. Also haben Joana und ich uns gefreut. Vorher natürlich das Haus geputzt (was ja eigentlich schon am Freitag sauber war) Kuchen gebacken und Abendessen vorbereitet.

Dann am Vormittag kam der ersehnte Anruf: “Wir kommen, gib uns mal eine Wegbeschreibung.” Ich war total aufgeregt. Hab ja noch nie mit einer von ihnen telefoniert. “Hey, du freust dich ja so richtig.”, bemerkte auch mein Großer. Jawohl.

Und dann passiert doch so was blödes. Eine der beiden Frauen stellt eine ansteckende Krankheit bei ihrer Tochter fest, als diese in der Badewanne sitzt. Ein Anruf: “Wir können nicht kommen.”, und fast gabs noch ein paar Tränen der Entäuschung.

Ach ja, manchmal gibts Entäuschungen. Dafür haben wir den Kuchen und den leckeren gebackenen Schafskäse dann selbst gegessen. Den Nachmittag hab ich mit meinem Töcherchen verbracht. Fahrradfahren und eine Miniwanderung. War auch schön. Und das Date holen wir nach.

hm

Mädchenmama

Ich wollte immer gerne Jungs haben. Nachdem wir dann vier hatten war ich schon auch immer stolz auf sie. Jungs sind cool, umso älter sie werden. Aber insgeheim hatte ich mir doch schon immer auch wenigstens ein Mädchen gewünscht. Mädchen sind niedlich und süß. Und so genieße ich unser Nesthäkchen und ihre typische Weiblichkeit. Und manchmal, da ist es doppelt schön. Gestern hat sie sich ihre Freundin zum Übernachten eingeladen. So eine ganz Süße, die würde ich sofort adoptieren. Und dann sind sie so süß, wenn sie gemeinsam ins Bad rennen um ihre Zähne zu putzen. Dann muss Joana unbedingt auch ein Nachthemd anstatt einen Schlafanzug anziehen, weil Estella auch ein Nachthemd anhat. Dann kichern sie abends noch zusammen, und mein Herz wird ganz weich. Und während ich heute morgen schon an meiner Webseite bastle, sitzen die beiden Damen bereits munter im Bett und spielen mit ihren Barbies.

Es ist schön Mädchenmama zu sein.

hm

Kann ich dir helfen???

Es war schon irgendwie ganz schön aufregend, mein erster Tag in den neuen Treffen. Mit etwas klopfendem Herzen habe ich mich mit einer schönen Power-Point-Präsentation meinen neuen Teilnehmern vorgestellt und auch etwas über sie erfahren. Sehr gefreut habe ich mich über das positive Feedback, das ich von einigen bekam, so fällt ein Start schon leicht. Und ich freue mich so richtig auf die neue Herausforderung. Nun muss ich erst einmal gut 80 Namen auswendig lernen. Das Leiten der Treffen war die eine Seite, das Aufräumen hinterher die andere. Da ich abends noch keine Mitarbeiterin, und auch durch die Vorstellung das Treffen etwas überzogen habe, ist es dann doch ganz schön spät geworden. Und dann stand ich da mutterseelenalleine, mit dem riesigen Berg voller Produkte, und den Stühlen und Tischen, die noch zurecht gerückt werden mussten. Stück für Stück hab ich dann alles versorgt und auf dem Weg nach Hause, dann so richtig gemerkt, wie geschafft ich war. Es ist ziemlich spät geworden, ich malte mir innerlich schon aus, wie mitfühlend mein Mann mich erwarten würde mit den Worten: “Ach du armer Schatz, jetzt kommst du erst nach Hause.”. Pustekuchen - kaum in die Einfahrt gefahren sah ich, dass mein Mann gar nicht zu Hause war. “Der Papa ist noch in der Gemeinde am Renovieren.” Und so war ich es, die dann sagte: “Ach du armer Schatz, jetzt kommst du erst nach Hause.”

Heute Mittag hatten wir Besuch vom Jugendamt. Einmal im Jahr müssen sie einen Hilfeplan für Steven erstellen. Ist immer ganz nett, da alles rund läuft und Steven wirklich ein ordentlicher Junge ist. Trotzdem, Jugendamt ist Jugendamt, da putzt man vorher das Haus. Konnte ich nicht, da ich von Dienstag bis Donnerstag arbeiten war. Heute morgen war die Abrechnung dran, Geld einzahlen. So kam ich mittags ganz schön ins Schwitzen. Vlado in der Mittagspause kurz zu Hause, bemerkte meine Hektik und fragte doch tatsächlich: “Kann ich dir irgendetwas helfen?”

“Ja gerne, du könntest entweder saugen und wischen oder das Bad putzen.” Er schaut  mich an: “Kannst du nicht wie jeder höfliche Mensch sagen: Nein danke.”

Mein Mann putzt viel ordentlicher, wenn er mal putzt. Ich hätte sicherlich nur gesaugt, aber wenn er schon fragt, dann muss ich das wohl doch mal ausnutzen.

Später fragt er dann: “Sag mal, der ganze Aufriss wegen dem Jugendamt?” Ich: “Nö, aber das musste eh gemacht werden, also brauch ich morgen nicht mehr putzen.”

hm

neue Webseite

Heute sollte ich eigentlich nach Witten fahren, zum Verlag. Meine Lektorin rief letzte Woche an, die Verlagsleitung hat sich überlegt, ob ich nicht kurzfristig Donnerstag zur Vertretersitzung dazu kommen kann…….kann ich nicht. Heute leite ich das erste mal die Treffen in Offenburg, und bin doch aufgeregter als ich dachte. Die halbe Nacht lag ich wach und habe mir den Tag heute ausgemalt. Nun bin ich gespannt wie es läuft.

Diese Woche habe ich beschlossen meine Webseite neu zu gestalten. Da ich seit Mai keine Änderungen mehr abspeichern kann (und den Fehler finden wir einfach nicht heraus) werde ich alles neu machen. Einige Texte scheinen mir eh veraltet. So bin ich schon dabei eine neue Grafik auszuwählen und freue mich auf die Gestaltung. Und dann kann ich endlich wieder Veränderungen und Neues eingeben.

hm

Wir sitzen alle im selben Boot

Eine Teilnehmerin gestern Abend in meinem Treffen:

“Es ist doch so: Man ist total motiviert, kommt hierher, geht ins Programm, fängt an sich zu bewegen und nimmt super ab. Irgendwann schleichen sich doch wieder alte Gewohnheiten ein, man wird bequem, Heißhungerattacken überfallen einen und die Motivation lässt nach. Ein paar Wochen bekommt man das irgendwie in den Griff, weil die ersten drei Tage nach dem Treffen meist alles gut läuft. Aber dann hat man sich selbst nicht mehr im Griff, und irgendwann nimmt man zu, so richtig. Das ist dann der Punkt an dem man denkt, man müsse das jetzt erst mal wieder abnehmen, bevor man im Treffen auf die Waage geht. Und das ist eigentlich schon die Entscheidung fürs “aus”. Denn ohne Treffen passiert gar nichts. Jeden Tag nimmt man sich vor: Ab heute…..und versagt täglich. Man denkt, man ist nicht mehr ganz normal und haut sich Berge von Süßigkeiten in den Magen, und fühlt sich schlecht. Wenn es gar nicht mehr geht, dann weiß man, man muss doch ins Treffen, alleine schafft man es nicht. Der Gang auf die Waage zeigt die bittere Wahrheit, aber zumindet bekommt man die Motivation, die man braucht um neu durchzustarten. Bis zum nächsten Schwächeanfall. Wenn ich ins Treffen gehe, dann weiß ich zumindest, dass ich nicht alleine bin, das es anderen auch so geht wie mir. Das tut gut. Und dann bin ich motiviert wieder durchzustarten.”

Ich freue mich für sie, sie hat diese Woche über 2 kg abgenommen.

Aber während sie erzählt, sehe ich lauter nickende Köpfe vor mir und weiß, es geht uns allen so. Deswegen liebe ich meinen Job. Weil so etwas profanes wie das eigene Gewicht, das Verhalten und die Unzufriedenheit  die Seele eines Menschen so quälen kann. Und ich sehe in die Augen meiner Goldteilnehmer, die es geschafft haben, und weiß, jeder kann sein Ziel erreichen.

hm