Es ist oftmals meine persönliche Einstellung, es sind meine Gedanken, die mich zum Positiven oder Negativen führen. Während des Laufens heute gab es zwei Möglichkeiten. Die Erste sähe folgendermaßen aus: „Hätte ich mir doch bloß eine Mütze aufgezogen, es pfeift um meine Ohren, und jetzt fängt es auch noch an zu nieseln. Der Regen wird immer schlimmer, mein Gesicht und die Haare sind schon ganz nass. Von Sonne keine Spur zu sehen.“ Zu Folgendem habe ich mich allerdings entschieden: „ Hätte es vorhin schon so geregnet wäre ich bestimmt nicht gelaufen, aber so freu ich mich, dass ich mich heute schon bewegt habe. Die frische Luft tut mir gut. Der Regen und der Wind können meinem Gesicht nichts anhaben, ich habe es dick mit Nachtcreme eingeschmiert. Duschen muss ich eh, also sind nasse Haare auch nicht schlimm. Und ich genieße den beginnenden Frühling. Heute habe ich die ersten Krokusse gesehen. Die Narzissen und viele Bäume blühen schon, und die Luft tut meinen Lungen gut.“
Gestern haben Beate und ich unser neues Buch besprochen, und wir sind auf eine gemeinsame Freundin gekommen, die genau diese positive Lebenseinstellung ausstrahlt. In ihrer Gegenwart fühlt man sich wohl, sie findet an Allem etwas Gutes. Manche Frauen inspirieren mich, da schaue ich mir gerne etwas ab. Ich wähle aus, was zu mir passt, ohne meinen Typ, mein Temperament zu verbiegen. Ich bin am Lernen, und werde das wohl auch noch mit 80 tun (wenn ich so alt werde). Und ich würde gerne zu den Frauen gehören, die auch etwas von mir abschauen.
Obwohl nicht erwartet stand am 1. März ein Tulpenstrauß auf meinem Tisch. Damit hatte ich ja eigentlich gar nicht gerechnet, da ich in Pirmasens sein sollte. Am Donnerstag bekam ich den Strauß von einer Bekannten geschenkt. Es sind die Kleinigkeiten, die mein Herz manchmal hüpfen lassen. Ich freu mich an so banalen Sachen. Und nehme sie ganz bewusst war. Manchmal ist es die Umarmung und ein Kuss meiner kleinen Tochter, manchmal ein unerwartetes Kompliment meines Mannes, ein gutes Gespräch mit meinem 17jährigen oder das kleine Mitbringsel einer lieben Weight Watchers Teilnehmerin letzten Mittwoch. Kleine Aufmerksamkeiten, kleine Freuden, Winzigkeiten, die man sonst für so „normal“ „alltäglich“ „unauffällig“ oder „selbstverständlich“ hält versuche ich immer als etwas Besonderes zu sehen. Vielleicht ist es das, was mein Leben oft bereichert. Ich möchte offen sein, für die kleinen „Wunder“, die ich im Alltag erlebe, aber ich habe auch Glauben, für das ganz Große.
Letzte Woche bekam ich eine E-Mail von einer Frau, die sich Gedanken um einen Ausspruch in unserem Buch gemacht hat, nämlich der Aussage, dass Gott Wunder tun kann, und Beate und ich schon erlebt haben, wie wir von Krankheit geheilt worden sind. Das Ganze hat eine theologische Diskussion zwischen mir und meinem Mann ausgelöst, die er natürlich als Pastor belegen kann. Ich als einfache „Pastorenfrau“ kann da eigentlich nur von meinen Erfahrungen berichten, und halte mich natürlich an die Verheißungen der Bibel. Und da ich meine Geschichte eh mal aufschreiben wollte, werde ich versuchen, sie diese Woche zu Papier zu bringen und sie auf meine Seite setzen.
hm