Archive für 28.4.2008

Wenn einer eine Reise macht

Dadurch, dass ich relativ viel unterwegs bin, komme ich natürlich immer wieder mit neuen Eindrücken nach Hause. Außerdem fehlt es nicht an Erlebnissen. Irgendwie schon cool. Ganz so cool war die Fahrt nach Kirchheim nicht, eher hot. Ich wusste wohl, dass unser Auto eigentlich in die Werkstatt muss, aber hab den richtigen Zeitpunkt verpasst. Und was passiert? Nachdem ich Donnerstag mit 2 Std. Verspätung (was nicht wirklich schlimm war) losfuhr, musste ich bereits nach 25 Min. auf die Raststätte Baden Baden. Das Kühlwasser war am Kochen. Von Vlado bekam ich die Anweisung: „Lüftung ganz hoch stellen und nicht schneller als 120 h/km fahren.“ Das ist ja für mich schon Strafe, fahre ich doch am Liebsten 150 h/km. Ich also mit ohrenbetäubendem Lüftungsgeräusch der Klimaanlage und braven 120 h/km auf die Autobahn, stieg die Temperatur jedoch schon nach kurzer Zeit auf 120 Grad. Auf der Raststätte ließ ich das Kühlwasser kontrollieren: „Nach Kassel fahren sie aber mit dem Auto bestimmt nicht.“, bemerkte der Tankwart. Kurzes Telefonat mit Vlado: „Lüftung an, Temperatur auf 25 Grad, dann kannst du fahren, schön langsam.“ Na das war ja wohl langweilig. 350 km hin und zurück bei 25 Grad im Auto mit durchschnittlich 90 km/h. Aber ein Gutes hatte das Ganze doch. Ich habe noch nie in meinem Leben auf so einer lange Strecke so wenig Sprit verbraucht.

Beate wiederzusehen war absolut klasse, wir hatten es sehr nett zusammen. Und tatsächlich habe ich einige Bekannte wieder getroffen, das ist fast das Schönste an so einer Konferenz. Wobei ich schon sagen muss, dass ein Vortrag von Lilo Keller, der Hauptsprecherin mich schon mitten ins Herz getroffen hat. Und plötzlich wurde mir die ganze Tragweite unserer Situation vor fast genau einem Jahr wieder sehr bewusst. Und mir wurde klar, dass Gott da echt noch viel in meinem Herzen tun muss. Tja, man schüttelt Schmerz und Verletzungen nun mal nicht einfach so ab. Aber, ich bin Gott soooooo dankbar, dass ER immer für uns da ist, für uns streitet, uns eine positive Lebenseinstellung gibt, und Visionen neue Dinge anzugehen. Das Wichtigste ist mir wohl dabei in allem in SEINEM Willen zu bleiben. So ist es für mich das Selbstverständlichste, in allem erst mal „IHN“ zu fragen, und dann zu sehen, wo sich Türen öffnen oder auch verschließen. Wieder einmal wurde mir so sehr bewusst, dass ein Leben ohne Gott sehr oberflächlich ist. Und dennoch leben wir ja hier auf dieser Welt und noch nicht im Himmel. Also nehmen ich mein Leben hier auch bewusst war und mache das Beste draus. Ich schwebe noch nicht in den Sphären des Höchsten, sondern stehe mit beiden Beinen auf der Erde, versuche hier Dinge zu bewegen, und in meiner Berufung zu leben.

Ohne darüber nachzudenken war ich in Kirchheim morgens um 7.00 Uhr joggen, und das mit Gaby Wentland. Sie freut sich immer, wenn sie jemand hat, der sie motiviert, ich freu mich, ein wenig Gemeinschaft mit ihr zu haben, und von ihrer Begeisterung angesteckt zu werden. Nachmittags habe ich dann jeweils Nordic- Walking- Kurse gegeben und eine halbe Stunde später die Workshops. War alles sehr schön, dennoch war ich Samstagabend etwas platt und hab mich in mein Zimmer verzogen. Die Ruhe tat gut, und wie schön war das Nachhausekommen am Sonntag. In die freudigen Gesichter von Vlado und  Kindern zu schauen macht schon ein warmes Gefühl im Herzen. Die Kids waren am Grillen und Kochen, der Tisch war im Garten gedeckt, und dann haben wir es uns nur gutgehen lassen. Abends konnte ich tatsächlich meinen Mann noch überreden mit mir eine Runde zu joggen, wow, ich war sprachlos.

Beate und viele andere Frauen, die ich kenne fliegen am Donnerstag nach England zur großen Hillsong- Frauen- Konferenz.  Ich hatte vor 3 Monaten kurz überlegt, mich dann aber entschieden nicht mitzufliegen, weil ich es irgendwie nicht so für mich gesehen habe. Und nachdem Vlado mich gestern fragte, ob ich traurig sei, dass ich nicht mitfliege, konnte ich so von ganzem Herzen sagen: „Nein.“ Ich bin froh, dass ich bei meiner Familie bleiben kann.

hm

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