Archive für 8.10.2008

Keine Spielzeuge

Manuel erzählt mir gestern ganz zerknirrscht, dass ihm in der Schule ein Mörser zerbrochen ist, und wir den erstatten müssen. Na ja, kann ja jedem passieren denke ich, und tröste ihn fast ein wenig. Im Auto dann diskutieren wir nochmals über den Vorfall. Manuel sucht einen Grund, warum das passiert ist. “Ist das jetzt der Teufel, der mir eins Auswischen will, oder war das Gott, weil er mir was sagen will?”, er anlaysiert das Geschehene und kann es nicht begreifen.

“Manchmal passieren solche Sachen einfach, ich würde nicht immer einen Grund dahinter vermuten.”, gebe ich als einfache Antwort.

“Nein Mama, solche Dinge können nicht passieren, ich bete jeden Morgen, dass Gott mich bewahrt, dass nichts passiert, also muss es einen Grund haben, dass Gott das zulässt.”

“Wir werden in unserem Glauben immer wieder auf die Probe gestellt, der Teufel ist listig, er fragt ja immer - sollte Gott gesagt haben - , er versucht immer Gott in Frage zu stellen.”

Die Diskussion ging noch eine ganze Weile und er sagt plötzlich: “Na ja, war irgendwie doch eine Gebetserhörung. Ich hab gebetet, dass du nicht meckerst.” “Oder Gott wollte dich wissen lassen, dass du so tolle Eltern hast, die sich über solche Banalitäten nicht aufregen.”, gebe ich etwas selbstgerecht zurück und schmunzele. Daraufhin schaut mich mein großer, fast 18-jähriger Sohn an, und erklärt mir mit etwas trockener Kehle: “Mama, du glaubst es vielleicht nicht, aber jeden Abend, wirklich jeden Abend, danke ich Gott dafür, dass ich in diese Familie geboren wurde.” Na da muss man als Mutter doch heulen. Ich erkläre ihm dann, dass Mütter sich immer irgendwie auch Vorwürfe machen, sie hätten so viel versäumt und nicht richtig gemacht, dass das auch etwas ist, was der Teufel gerade einer Mutter immer wieder versucht einzureden. Manuel schaut mich völlig ungläubig an: “Echt, so was denkst du? Wie kommst du denn da drauf. Mama, wir sind doch keine Spielzeuge, die ihr in eine bestimmte Position verbiegen könnt, wir haben einen eigenen Willen, und wir machen Dinge weil wir das so entscheiden, da könnt ihr doch nichts dafür. Du bist eine gute Mutter!” Jetzt heule ich noch mehr.

hm

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