Cello

Manuel und Vlado unterhalten sich über Musik. Manuel spielt begeistert Klavier, hat schon mehrere Lieder selbst komponiert. Jetzt bewegt er Jonathan dazu noch mehr Gitarre zu üben, damit die beiden zusammen spielen können. Außerdem sind sie dabei eine Jugendband in der Gemeinde zu gründen. Ich höre mit halbem Ohr zu, als Manuel sagt: “Joana muss unbedingt Cello-Unterricht bekommen.” Das hatten wir schon kurz nach ihrer Geburt geplant. Cello und Klavier, das sind meine beiden Lieblingsinstrumente. Und beides haben wir. Zwei Klaviere, ein Cello. Aber das Streichinstrument steht seid Jahren nur als Deko in unserem Wohnzimmer. Von Unterricht spricht keiner mehr, das hat einen Grund.

“Auf gar keinen Fall wird Joana irgendein Instrument lernen.”, werfe ich in das Gespräch ein.

Manuel: “Auf jeden Fall wird sie, warum denn nicht???”

Ich: “Hast du eine Ahnung was das für eine Arbeit, für ein Aufwand, für einen Stress gab, dich zum Klavierspielen zu motivieren? Das hat mich den letzten Nerv geraubt. Du hattest keinen Bock, und wir wollten unbedingt, dass du’s lernst.”

Manuel: “Und, was hast du mir damals immer gesagt: Irgendwann wirst du uns mal dankbar sein. Und??? Was bin ich??? DANKBAR!”

Ich: “Aber Joana ist noch schlimmer als du. Sie ist der totale Messie, und überhaupt nicht konsequent, und nicht ehrgeizig, ich nerv mich schon an ihren Hausaufgaben, da hab ich keine Lust sie noch zum Cello-Üben zu motivieren.”

Manuel: “Na denk doch nicht immer nur an dich. Schließlich fördert das auch die Intelligenz von ihr.”

Und dann spielt er mir ein melancholisches, verträumtes, Stück vor und ich schmelze dahin.

“Siehst du, was meinst du, wie das mit Cellobegleitung klingt, und was du heulen wirst, wenn Joana, Joanthan und ich es dir vorspielen.”      

Wie sehr mich mein Sohn doch durchschaut.

hm

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