Archive für 9.1.2009

Albtraum eines Weight Watchers Coaches


Wovon träumen Weight Watchers Coaches eigentlich im Januar? Der Monat, in dem es die meisten neuen Produkte und Programmmaterialien gibt. Ein Monat, in dem viele neue Teilnehmer starten, um ihre Weihnachtspfunde wieder loszuwerden. Ein Monat der guten Vorsätze. Ein unberührtes Jahr, in dem alles besser wird. Eine schlanke Zukunft, die vor einem liegt. Und wir, wir schrecken manchmal nachts auf, weil wir von Albträumen geplagt sind. Dinge, die uns stark beschäftigen nehmen wir mit in die Nacht um sie dort zu verarbeiten. Ich hatte sie schon öfter, diese nächtlichen Begegnungen mit meinen Teilnehmern. Und immer wieder der gleiche Albtraum. Die Treffen müssen besonders gut vorbereitet werden. Die Taschen gepackt, neue Unterlagen zurechtgelegt werden. Wir müssen noch ein bisschen früher als sonst unseren Treffenraum aufbauen, damit wir nicht in Hektik geraten und die Service-Zeit, sowie das Treffen in einer ruhigen Souveränität meistern.

Unser schlimmster Albtraum: Das wir im Stau stehen, die Waage vergessen, und nochmals nach Hause müssen, oder aus irgendwelchen anderen Gründen zu spät kommen. Der Albtraum besteht darin, dass wir völlig abgehetzt nicht mehr die Zeit finden alles ordentlich zu richten, um dann ganz entspannt die Teilnehmer zu begrüßen.

Seit zwei Tagen arbeite ich wieder. Keine Albträume haben mich geplagt, alles lief reibungslos, so wie ich es geplant hatte. Und dann passiert es mir heute. Das wovon wir sonst nur träumen. Ich hätte meine E-Mails nicht mehr abfragen sollen, bevor ich ins Treffen fahre, und hab es doch getan. Und sehe, dass ich Post von meiner Lektorin habe. Mein Manuskript “Leben mit allen Sinnen”, das ich bereits im Oktober abgegeben hatte ist nun endlich lektoriert. Ich war tatsächlich etwas zögerlich, sollte ich es noch vor dem Treffen öffnen, oder lieber nicht. Die Neugierde hat gesiegt. Viel Zeit hatte ich nicht, also überflog ich die Seiten nur, mit dem Ergebnis, dass ich mich ganze 10 Minuten zu spät auf den Weg in mein Weight Watchers Treffen machte. Nichts so schlimm, denke ich, ich hab noch genügend Zeit und hänge meinen Gedanken nach. Ich fahre wie gewohnt auf die Autobahn und plötzlich bekomme ich einen Schreck, dann eine leise Vorahnung. Was macht diese Raststätte dort? Die liegt doch gar nicht auf dem Weg! Und dann wird mir klar, ich hab die falsche Auffahrt genommen und befinde mich auf dem Weg Richtung Karlsruhe anstatt in Richtung Offenburg. Oh Schreck, die nächste Ausfahrt liegt gute 15 km weit weg. Ein richtig wahr gewordener Albtraum. Die Worte, die da aus meinem Mund kamen und in meinen Gedanken kann ich unmöglich irgendjemand anvertrauen. Achern war die nächste Ausfahrt. Obwohl ich versuchte mit 150km/h Offenburg zu erreichen kam ich nur knapp vor 18.00 Uhr, also dem Beginn meiner Servicezeit zu meinem Treffen. Die ersten Teilnehmer gingen gerade schon wieder zu ihrem Auto, weil sie dachten das Treffen fiele aus. Meine Mitarbeiterin flog mir um den Hals weil sie dachte, es sei mir etwas passiert. Und dann ging alles ganz schnell. Viel Verständnis von den Teilnehmern, und unter Aufbietung höchster Konzentration und Beherrschung konnte ich dann doch noch mit 5 Minuten Verspätung meine Servicezeit und das Treffen durchführen.

Zu Hause hat mich das ganze 3 Weight Watchers Riegel und 4 Toffee-BonsBons gekostet. Aber die Nerven haben sich wieder beruhigt.

Der schlimmere Albtraum wäre vielleicht gewesen, viel vorzubereiten und keiner kommt. Also, war das doch die mildere Variante.

hm

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