„Heute hab ich nur Kopfrechnen auf.“, freut sich mein Töchterchen, als sie von der Schule nach Hause kommt. Sie schmeißt ihren Ranzen in den Flur, lässt die Jacke beim Ausziehen fallen, und auch die Schuhe bleiben dort liegen, wo sie sie ausgezogen hat. Ordnung gehört nicht zu ihrer Tugend. Und ganz schön Zoff hat sie heute von mir bekommen, nachdem ich sie während eines Telefonats mindestens viermal auffordere, nun endlich den Tisch zu decken. Sie trödelt wann und wo sie nur kann, ich war genervt.
Später dann haben wir in meiner kuschelweichen Decke zusammen gesessen und ich hab sie abgefragt. Nicht, dass sie nur die einfachen Additionen und Subtraktionen bis 20 kann, die sie zu lernen hatte. Selbst Aufgaben bis 100 kann die Süßmaus ohne mit der Wimper zu zucken lösen. Und dann traute ich mich sogar mal an Multiplikation. Das kleine 1 x 1 bis 4 schafft sie locker. Ich bin so stolz auf mein kleines Mathegenie: „ Süßmaus, du bist ganz schön intelligent und auch noch hübsch dazu, das ist klasse“ Sie grinst übers ganze Gesicht, der Ärger von vorhin war fast verflogen. „Jetzt müssten wir uns nur noch etwas gegen deine Schlamperei überlegen. Was meinst du, was könntest du denn mal ausprobieren, damit du ein wenig ordentlicher wirst?“, versuche ich mich mit der Moderationstechnik bei meiner Tochter.
Sie überlegt einen Moment, hält den Finger an den Mund, grinst und meint: Hmmm, da müsste Mitternacht wohl schon noch ein Wunder geschehen.“
Ich glaubs auch.