Archive für 19.5.2009

Ein leerer Kopf


Ich musste etwas schmunzeln heute Morgen. Lese einen Bericht aus der Joyce von Margarete Kosse. Sie und zwei ihrer Freundinnen haben mich vor zwei Jahren schon bei einem Kabarett begeistert. Unter dem Namen „Die Mütter“ sind sie viel zu selten in Deutschland unterwegs, ein Ohren- und Augenschmaus und unbedingt etwas für die Lachmuskeln. Und das Lachen schön und glücklich macht haben wir eh alle erkannt. Nun lese ich in ihrem Artikel von einem leeren Kopf, den wir nie haben. Da versuchen wir uns im Gottesdienst auf Gott zu konzentrieren und überlegen uns, ob die Haare am Hinterkopf liegen. Wir reflektieren den Morgen, den Tag und überhaupt das, was uns beschäftigt. So ist das mit uns Frauen, und den Männern geht es sicherlich nicht anders. Gibt es das eigentlich, dass man seinen Kopf ganz leer bekommt?

Margarete machte diese Erfahrung beim Reiten. Da kann man an nichts anderes denken außer, die Natur zu genießen. Und sie fordert auf, mal herauszufinden was uns den Kopf leer macht. Ich überlege einen Moment und weiß es sofort. Es ist nicht das Reiten, dafür hab ich zu viel Angst vor Pferden, auch nicht das Joggen, da bin ich pausenlos am Denken, es ist nicht das „zur Ruhe kommen in Gott“, denn auch dort bin ich mit meinen Gedanken und meinen Anliegen vor Gott beschäftigt. Es ist nicht das „mal kurz eine Auszeit nehmen im Hängestuhl“, nicht das Putzen und dabei Abschalten, nicht das Shoppen gehen, oder das Entspannen bei einer Massage. Ich weiß sofort was es ist und grinse in mich hinein.

Ich vergesse alles, habe einen leeren Kopf wenn ich nähe. Ich brauche eine Nähmaschine, ein Bügeleisen etwas Stoff und Garn und vergesse die Welt. Ich vergesse den Alltag, die Sorgen, die Herausforderungen, leider auch meine Kinder und meinen Mann. Sie verhungern, körperlich sowie seelisch. Ich bin völlig abwesend wenn ich an meiner Nähmaschine sitze, nicht ansprechbar und denke: Nichts.

Ab und zu hole ich sie raus, ganz selten, weil ich eigentlich keine Zeit habe „nichts zu denken“, denke ich. Und während ich heute den Artikel lese, entscheide ich: Ab und zu mal nichts denken, tut auch meinem Kopf gut, räumt ein wenig auf in meinem Hirn und wäre vielleicht doch mal wieder eine gute Therapie, um den Kopf frei zu bekommen.

Dann muss ich mir jetzt nur noch überlegen wem ich was nähe…………….ich wüsste da schon etwas.

hm

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