Ich kann mir gut vorstellen, dass die rasante Entwicklung der Technik nicht jedermanns Sache ist. Ganz stolz bin ich auf meine Mutter, dass sie sich jetzt, im Rentenalter noch ein Notebook angeschafft hat. Mein Bruder steht ihr immer mal wieder mit Rat und Tat zur Seite, aber sie meistert das mit Bravour. Auch mein Vater ist seit einiger Zeit online und wir können uns immer mal wieder E-Mails schreiben. Und nun hat es meine Schwiegermutter auch gepackt. Mit fast 80 Jahren trifft sie die Entscheidung: „Ich brauch einen Rechner. Es kann ja nicht angehen, dass alle Leute rund um mich herum wissen, was im blog meiner Schwiegertochter steht nur ich nicht.“ Der blog ist sicherlich nicht der einzige Grund, aber was sie will, dass will sie. Und so hat mein fast alles könnender Mann ihr ein gutes Notebook mit Drucker besorgt, ihr alle wichtigen Programme installiert, ihr telefonische Anweisungen gegeben wie sie Internet erhält. Seit zwei Tagen sind die Geräte bei ihr und jetzt fängt der Stress erst an.
„Wo ist das Ladekabel??? Wie sieht das denn aus???“
Nachdem der Rechner dann endlich lief versuchte Vlado ihr Schritt für Schritt zu erklären, wie sie die einzelnen Programme bedient.
Er: „Nimm mal die Maus in die Hand und drück die linke Taste.“
Sie: „Da ist keine linke Taste.“
Er: „Doch Mutti, du hast die Maus in deiner rechten Hand, dein Zeigefinger liegt auf der linken Taste, dein Mittelfinger auf der rechten.“
Sie: „Junge, ich seh das doch, da sind keine Tasten.“
Das Ganze geht so fast eine halbe Stunde bis mein Mann irgendwann begriffen hat, dass Schwiegermama die Maus falsch herum gedreht hat. Klar waren da keine Tasten.
Am nächsten Tag das gleiche Prozedere: „Da ist kein Fenster……..wo ist da ein rotes Kreuz? Da öffnet sich was und das krieg ich nicht mehr zu. Da spielt plötzlich Musik, wie krieg ich die wieder aus? Was für ein Knopf? Wooooooooo, Wieeeeeeee. Waaaaaaas“
Ich finde sie mutig, bemerkenswert, bewundernswert und überhaupt, einfach klasse: Alle beide, die Schwiegermama und den Sohn.
hm