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18.7.2009 von Heike - www.frausein.de.
Manchmal wird einem nichts geschenkt, manchmal kommt es noch blöder als man denkt. Die Worte aus dem Zertifizierungsseminar vor zwei Wochen klingen noch in meinem Ohr: „Was ist, wenn unser Zug Verspätung hat oder wir im Stau stehen, wenn wir nicht pünktlich zur Prüfung in Düsseldorf sind?“, fragte eine meiner Kolleginnen. Die Antwort saß: „Dann haben Sie Pech gehabt. Wir beginnen pünktlich um 10.00 Uhr mit der schriftlichen Prüfung, sie haben eine Stunde Zeit, wenn sie zu spät kommen, müssen sie mit den anderen abgeben.“
Eigentlich hatte ich vor mit einer Kollegin mit dem Auto zu fahren. Um 5.00 Uhr losfahren, das müsste zu schaffen sein, dachte ich. Nach der Aussage war ich dann doch unsicher. Morgens früh Berufsverkehr in Düsseldorf, und auch auf den Autobahnen kann viel passieren. Also buchte ich doch lieber den Zug. Einmal hin und zurück nach Düsseldorf, in Köln würde ich umsteigen. Um 9.30 Uhr war Ankunft, bis zum IHK-Forum sind es ca. 5 Minuten Fußweg. Dann reicht es mir noch für eine Tasse Kaffee……………dachte ich.
Seid einer Woche bin ich so etwas von aufgeregt, wegen dieser blöden Prüfung, die ich sogar noch freiwillig absolviere. Alle versichern mir, dass ich es sowieso schaffe, und das setzt mich noch mehr unter Druck……und wenn nicht? Und dann passiert das, was ich am wenigsten gebrauchen konnte.
Kurz vor Köln bleibt der Zug plötzlich stehen, und eine Durchsage lässt mir sofort die Tränen in die Augen schießen. „Meine Damen und Herren, aufgrund einer Baustelle, werden wir eine Verzögerung von 20 Minuten haben.“ 20 Minuten, ich habe in Köln nur 6 Minuten zum Umsteigen. Mit 100% Sicherheit erreiche ich meinen Anschlusszug nicht. Ich kämpfe mit den Tränen in meinen Augen, rufe sofort Vlado an, kann kaum sprechen, und auch er weiß nicht, was ich tun soll. „Ruf doch deinen Vater an, der könnte dich fahren.“ Der schläft um diese Zeit noch, bis er von Löwenich in Köln ist, mich nach Düsseldorf gefahren hat, bin ich schon zweimal zu Fuß da.“ Ich werde einen anderen Zug nehmen müssen, wenn denn einer fährt, der dann auch noch pünktlich ist. Ein Telefonat bei der IHK, und mir wurde gesagt, alles ok, wenn ich bis zu 20 Minuten später komme, darf ich nachschreiben, aber nicht länger.
Endlich in Köln angekommen achte ich auf die Ansagen am Bahnhof. Auf Gleis 9 soll ein Zug nach Düsseldorf fahren, auf der Anzeige steht nichts. Dort steht, um 9.17 Uhr fährt einer auf Gleis 10. Ich stehe auf Gleis 5, renne mit meinem schweren Präsentationsgepäck in Rock und Stöckelschuhen den Bahnhof entlang, die Treppen rauf um festzustellen, dass der Zug gerade abgefahren ist. Keine Menschenseele in der Nähe, die mir eine Auskunft geben kann, und es muss ja schnell gehen. Mir verschwimmen die Buchstaben auf der Anzeigentafel, ich kann mich kaum auf das Wort Düsseldorf konzentrieren. Dann irgendwann, nach gefühlten 10 Minuten endlich sehe ich, dass noch ein Regionalzug um 9.31 Uhr von Gleis 2 fährt. Wieder renne ich den ganzen Bahnhof entlang, die schweren Taschen, das klopfende Herz und die weichen Beine ignorierend. Ich kann mir kaum die Tränen zurückhalten. Und dann endlich sitze ich in dem Zug, nachdem ich mich dreimal bei Passanten erkundigt habe, ob er auch tatsächlich in Düsseldorf am Bahnhof hält. Ein zweiter Anruf bei der IHK, ich komme sicher 20 Minuten später.
Vom Bahnhof aus laufe ich, so schnell mir das in meiner Montur möglich ist zum IHK-Gebäude. Leise schleiche ich mich in den Prüfungsraum, alle sind schon am Schreiben. Bevor ich anfange tue ich etwas, ohne dass ich diese Prüfung nie begonnen hätte. Ich schließe die Augen und bete, dass Gott mir Ruhe schenkt, mich die Fragen verstehen lässt und überhaupt, dass ich dieses Ding bestehe.
Ich war gleichzeitig mit den anderen fertig, fast zwei Stunden musste ich auf das Ergebnis warten. In die mündliche Prüfung zu kommen, bedeutet, dass man die schriftlich bestanden hat. Der erste Schritt war geschafft. Und während meiner Präsentation, dem Rollenspiel und den Fragen vor dem Prüfungsgremium wusste ich schon: Ich hab bestanden. Besser hätte es nicht laufen können.
Nach kurzer Wartezeit bekam ich dann mein offizielles Ergebnis. Und das, was der Prüfer mir dann gesagt hat, trieb mir nochmal die Tränen in die Augen, vor Glück, vor Ergriffenheit und voller Dankbarkeit und vielleicht bin ich sogar ein wenig rot geworden.
Heike Malisic
Fachfrau für Ernährungs- und Gewichtsmanagment ![]()
hm
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