Archive für 10.9.2009

Alltagsemotionen


„Du hast eine völlig andere Art von Emotionalität als ich“, gibt mir mein Mann heute während unserer Autofahrt zu bedenken. Ich schwebe momentan wieder in meinen Emotionen, vorwiegend positiven. Liegt vielleicht daran, dass ich gerade ein sehr mitreißendes, für mich stark emotionales, doch auch sachliches, unbedingt lesenswertes Buch verschlinge. Es erinnert mich an so viele Begebenheiten, es fasziniert mich, wie dieses Buch ein Weltbesteller sein kann. Es ist wie das Ei des Kolumbus. Es hätte jeder (naja zumindest diejenigen, die ein einigermaßen theologisches, emotionales Verhältnis zu Gott haben) schreiben können. Er  hat’s getan.

Ich erzähle meiner Familie davon und erkläre das Buch als Pflichtlektüre für jeden. Und schwelge ein wenig im Liebestaumel.

Auf jeden Fall spricht mein Mann heute unsere Verschiedenartigkeit der Emotionen an. Er nimmt ein Beispiel: „Du kamst heute so spät von der Arbeit, weil du eine Betreuung durch deine Areamanagerin hattest. Manuel musste aber um 13.45 Uhr zur Arbeit. Und er hatte noch nichts gegessen. Also hab ich ihm ein paar Brote geschmiert und sie ihm serviert. Für dich ist das eine emotionale Handlung, für mich eine reine Sachlichkeit.“

„Quatsch.“, gebe ich zurück. „Natürlich ist das auch für dich eine emotionale Handlung. Du hättest ihn die Brote auch selbst schmieren lassen können. Er ist 18, das kann er gut alleine. Aber aus einer väterlichen Liebesemotion hast du ihm die Brote geschmiert.“

„Eigentlich wollte ich nur nicht, dass er vor der Arbeit genervt ist und ohne etwas zu Essen geht.“

Ich schaue ihn beim Autofahren schräg von der Seite an: „Ach komm……“

„Na gut, natürlich hab ich’s gemacht weil ich ihn lieb habe. Aber für dich und auch für ihn spielen dabei Emotionen eine viel größere Rolle als bei mir. Ich bin schon eher emotionslos.“

„Bist du nicht, du brauchst nur tief in deinem Herzen von Gott berührt zu werden, und schon liegen deine Emotionen blank. Oder du bist total berührt, wenn Mia (in „Plötzlich Prinzessin“) einen Brief ihres verstorbenen Vaters liest, mit großen Worten für ihre Zukunft“

„Ja das stimmt, das sind auch große Emotionen. Aber du, du hast Alltagsemotionen“

Alltagsemotionen, das Wort gefällt mir.

hm

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