Archive für 1.11.2009

Verwöhnt


„Na ich dachte schon, du bist schon wieder auf Reisen.“, meine Mutter war ganz empört, als sie heute anrief. „Kann ja nicht sein, dass du so lange nichts im blog schreibst.“

Selbst Mütter können sich dran gewöhnen. „War ich auch, ich bin eben zurückgekommen.“ „Wusste ich doch, dass du es nicht lassen kannst. Hattest du nicht gesagt, du nimmst keine Anfragen mehr an?“

„Mama, den Termin habe ich schon vor langer Zeit zugesagt. Ich kann ja schlecht absagen.“

Es war vorerst mein letztes Wochenende „unterwegs“. Ein Frauenfrühstück am Samstag und einen Predigtdienst am Sonntag hatte ich schon vor einiger Zeit zugesagt. Sehr herzlich wurde ich empfangen und durfte die warmherzige Gemeinde dort vor Ort erleben.  Wenn ich zwei Dienste an zwei Tagen übernehme, muss ich immer gut überlegen, was ich mit der Zeit dazwischen anfange. Vorher etwas im Internet recherchiert entschied ich mich für einen Bummel durch Augsburg. Dort war ich zwar schon einmal vor ein paar Jahren, aber ein zweiter Besuch lohnte sich.

Zwei anstrengende aber auch sehr schöne Tage liegen hinter mir. Viel zu früh musste ich gestern am Ende der Ferien aufstehen um rechtzeitig beim Frauenfrühstück zu sein. Wenn ich dann allerdings die liebevoll dekorierten Tische sehe, die Frauen vom Vorbereitungsteam, die sich immer so viel Mühe machen um den Gästen einen schönen Vormittag zu bereiten. Wenn ich die berührten Augen und Herzen während meines Vortrags erkenne, dann ist alle Müdigkeit vergessen.

Ich weiß ja nie, was für eine Unterkunft mich erwartet. Aber gestern und heute, das war schon Luxus. Eine gerade frisch renovierte, liebevoll, geschmackvoll eingerichtete Wohnung durfte ich für zwei Tage bewohnen. Schokolade auf dem Bett, etwas zum Lesen am Nachttisch, Getränke im Wohnzimmer……alles war aufs Herzlichste vorbereitet worden. Und nach meinem Besuch in Augsburg fand ich im Wohnzimmer sogar einen riesigen Obstkorb, Eiweißriegel, Geschenke für meine Kinder und einige Anleitungen, die mir meinen Aufenthalt noch angenehmer machen sollten. Selten werde ich so verwöhnt.  Da war jemand sehr, sehr aufmerksam.

Ich durfte eine nette Familie und ihr Haus kennenlernen und einen erfrischenden Gottesdienstauftakt. Und dann bete ich immer, dass Gott mir genau die richtigen Worte schenkt für all diejenigen, die gekommen sind. Und ich bin immer sehr berührt, wenn mir Frauen ihr Herz ausschütten, wenn sie mir ihre Not anvertrauen, ich noch für sie beten darf. Alles andere können wir immer nur Gott anvertrauen.

Und so sicher ich bin, dass ich meine Gaben in den letzten Jahren richtig für Gott eingesetzt habe, so sehr ich es auch genossen habe, in den verschiedenen Gemeinden und Konferenzen zu sprechen, so sehr ich mich freue, neue Leute kennenzulernen, so sehr ich diese Zeiten sogar auch als Auszeit für mich erlebe, so sehr bin ich der Überzeugung, dass meine Entscheidung richtig war ein Sabbatjahr einzulegen. Mindestens ein Jahr, in dem ich nur in meiner eigenen Gemeinde diene.

Es war mein letztes Wochenende „unterwegs“.

hm

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